Schulprofil

1. Bewegte Schule

Den Schülern und Schülerinnen der Grundschule Beuren stehen wöchentlich mehr als 200 Minuten Sport und variable Bewegungspausen zur Verfügung.

Aus diesem Grund wurde die Grundschule Beuren vom Land Baden-Württemberg im Jahr 2007 mit dem Zertifikat „Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ ausgezeichnet.

Bewegung fördert nachhaltig die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern.

Sie dient auch der Einübung und Stärkung sozialer Verhaltensformen.

Schulsport wirkt in der heutigen Zeit dem zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern entgegen.

Durch die günstige geografische Lage der Gemeinde Beuren sind die Rahmenbedingungen für vielfältige sportliche Aktivitäten ideal. Die Grundschule Beuren organisiert deshalb regelmäßig Ski- und Schlittentage, Wanderungen, sowie Lehr- und Lerngänge in die Natur.

Die Sporthalle und  das Schwimmbad, die in unmittelbarer Nähe liegen, werden für eine weitere Vielzahl an Sportveranstaltungen genutzt. Dazu gehören Sommer- und Wintersporttage, aber auch Spiel- und Sportfeste (z.B. Närrischer Sporttag, Kreativtag, etc.)

Jede Klasse hat in ihrem Klassenzimmer eine Kiste mit Spielgeräten. In der großen Pause stehen den Kindern ebenfalls Spielgeräte für den Außenbereich zur Verfügung. Auch der nahe gelegene Spielplatz wird häufig von Klassen besucht.

2. Demokratieerziehung / Soziales Lernen

An der Grundschule Beuren hat Demokratieerziehung in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Heute ist sie fest in den pädagogischen Grundsätzen der Schule verankert und gehört zum Schulalltag.

Erziehung zu Demokratie erweist sich als wirkungsvolles Instrument der Gewaltprävention und ist eine Lebenshaltung, die aktiv in der Schulgemeinschaft gestaltet wird. Schwerpunktthemen sind die Herausbildung sozialer Basiskompetenzen wie Selbstvertrauen, Empathie, moralisches Verhalten (Werteorientierung) und Konfliktfähigkeit.

Die Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler beschränkt sich nicht nur auf bestimmte Gremien, sondern bedeutet auch die Möglichkeit, auf allgemeine schulische Planungs- und Entscheidungsprozesse Einfluss zu nehmen (z.B. innerhalb des Unterrichts).

Klassenrat

Der Klassenrat findet regelmäßig einmal pro Woche freitags statt. Er ist damit ein verlässliches Gremium.

Jedes Kind und jede(r) Lehrer/Lehrerin der Klasse kann am Klassenrat teilnehmen und seine Anliegen dort vorbringen.

Im Klassenrat können Lob und Kritik, Wünsche und Anregungen, Proteste und Beschwerden eingebracht werden. Hier werden auch Projekte und Vorhaben, Ausflüge und Feste besprochen und geplant. Wer ein Anliegen im Klassenrat vorbringen möchte, muss dies vorher schriftlich formulieren.Für die Schriftform steht im Klassenzimmer der Klassenbriefkasten oder ein Kästchen bereit.

Im Klassenrat gelten die in der Klasse üblichen Gesprächsregeln (zuhören, ausreden lassen, sich zu Wort melden, sachlich bleiben, niemanden beschimpfen oder bedrohen, keinen verspotten oder lächerlich machen, den eigenen Standpunkt deutlich ausdrücken, faire Lösungen suchen, Kompromisse schließen).

Die Leitung des Klassenrats wird nach und nach durch Schülerteams (Klassenratsvorsitzender, Stellvertreter, Protokollführer) übernommen.

Schulversammlung

An der Schulversammlung, die einmal im Monat (am Monatsende) stattfindet, nehmen alle Schülerinnen und Schüler, sowie die anwesenden Lehrkräfte teil. Alle Klassen treffen sich dazu im Foyer der Schule.

Im Vorfeld jeder Schulversammlung gibt es ein Treffen der Klassenvertreter (zwei Kinder pro Klasse) mit der Schulleitung, an dem Tagesordnungspunkte für die Schulversammlung zusammengestellt werden.

Bei der Schulversammlung selbst übernehmen zwei Kinder als Moderatoren die Führung durch das Programm. Ein weiteres Kind hält Informationen und Beschlüsse in einem Protokoll schriftlich fest. Der „Ruhewächter“ achtet darauf, dass sich alle an die Gesprächsregeln halten.

In der Schulversammlung erleben sich alle Anwesenden als Schulgemeinde.

Einzelne Klassen stellen Inhalte aus dem Unterricht vor. Es gibt musikalische Aufführungen, Berichte von Klassenprojekten und Lerngängen, aber auch die Möglichkeit für die Kinder, ihre ganz persönlichen Talente zu zeigen.

In der Schulversammlung werden auch aktuelle Regelungen diskutiert (z.B. Fußball- und Tischtennisregeln), Missstände aufgedeckt (z.B. verunreinigte Toiletten, kaputte Spielgeräte, etc.) und Lösungen für Probleme besprochen.

STOPP- Regel

„Bei Stopp ist Schluss!“

Die Stopp-Regel zeigt dem andern, dass man nicht mehr möchte – egal ob Spiel oder Ernst.

Diese Regel soll dazu beitragen, die Grenzen des anderen zu erkennen und den Respekt vor diesen Grenzen zu fördern. Im Umgang mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sollen die Kinder bei sich anbahnenden Konfliktsituationen lernen, rechtzeitig Nein zu sagen. Durch die Fähigkeit formulieren zu können, was sie ärgert, wütend macht oder sehr verletzt, wird einem spiralförmigen Aufkommen von Gewalt und Gegengewalt rechtzeitig entgegengewirkt. Die Stopp-Regel soll eine deeskalierende Wirkung haben. Wenn sie nicht eingehalten wird, spielt im Klärungsprozess vor allem der Aspekt der Wiedergutmachung eine besondere Bedeutung.

Streitschlichter

Schüler-Streitschlichtung ist ein weiteres zentrales Element der Gewaltprävention an der Grundschule Beuren. Die Kinder lernen durch Mediationstechniken  ihre Konflikte selbstständig zu lösen. In diesem Lernprozess benötigen sie zunächst Unterstützung.

Für die Kinder geht es darum, dass sie schrittweise Handlungsweisen lernen, wie ein „anders streiten“ möglich ist. Sie finden durch Gespräche und Aushandeln Lösungen für Probleme und entwickeln dadurch Konfliktlösungskompetenz.

An der Grundschule Beuren werden jedes Jahr neue Streitschlichter ausgebildet. Die Leitung dieses Projekts übernimmt der an der Schule tätige Schulsozialarbeiter.

Die Streitschlichter tragen in der großen Pause gelbe Westen. Sie können von anderen Kindern bei sich anbahnenden Konflikten zu Hilfe geholt werden, greifen aber auch selbst ein, wenn sie Streitigkeiten beobachten. Zur Not wenden sie sich an die Aufsicht führenden Lehrkräfte. Bei größeren Konflikten findet nach Ende des Unterrichts eine von den Streitschlichtern geleitete und von zuständigen Lehrkräften unterstützte Mediation mit den Konfliktparteien statt.

Ersthelfer

Kinder sollten schon möglichst früh an die Erste Hilfe und das Betätigungsfeld des Roten Kreuzes herangeführt werden. Sie werden dafür sensibilisiert, Gefahrensituationen zu erkennen und einzuschätzen. Gleichzeitig lernen sie, wie sie sich in diesen Situationen richtig verhalten und helfen können.

Erste Hilfe Kurse für Kinder helfen das kindliche Selbstbewusstsein zu stärken und das soziale Verhalten innerhalb einer Gruppe zu vertiefen und weiterzuentwickeln.

Jedes Schuljahr werden neue Ersthelfer ausgebildet, die in der großen Pause, durch blaue Westen gekennzeichnet, Ansprechpartner für alle Schülerinnen und Schüler sind. Sie wissen, wo Kühlkissen lagern und können auch unter Aufsicht einer Lehrkraft kleine Wunden behandeln.

3. Jahrgangsgemischter Unterricht

An der Grundschule Beuren wird auch jahrgangsgemischter Unterricht in Klasse 1/2 und 3/4 durchgeführt.

Hier wird Heterogenität als Unterrichtsprinzip genutzt.

Kinder können entsprechend ihres individuellen Lern- und Entwicklungsstandes gefördert werden.

Individualisierung und Selbststeuerung der Lernprozesse sind somit wichtige Merkmale des jahrgangsgemischten Unterrichts.

Die Kinder lernen altersunabhängig miteinander und voneinander. Sich gegenseitig zu helfen wird zur Selbstverständlichkeit.

Durch Kooperation und soziales, kommunikatives Lernen kommt Konkurrenzdenken oder sogar Leistungsdruck gar nicht erst zustande.

Jahrgangsgemischter Unterricht macht offene Unterrichtsformen und eine strukturierte, „vorbereitete Lernumgebung“ (Montessori)  erforderlich.

4. Inklusion

Seit vielen Jahren besuchen Kinder, die für einen begrenzten Zeitraum im psychotherapeutischen Kinderheim „Haus Aichele“ in Beuren leben, auch die Grundschule. Das Thema Inklusion ist daher schon lange ein Schwerpunktthema der Schule.

Die betroffenen Kinder kommen aus belasteten familiären Verhältnissen und sind zum Teil schwer traumatisiert. Die oftmals starken Verhaltensauffälligkeiten dieser Kinder sind sicherlich auf deren Erfahrungen zurückzuführen, können jedoch nicht immer von Ausprägungsformen einer seelischen Behinderung abgegrenzt werden.

Kooperationssitzungen mit Mitarbeitern des „Haus Aicheles“, Gespräche mit dem Schulamt, Runde Tische, Hilfeplangespräche mit dem Sozialen Dienst und Einzelfallbesprechungen gehören zum Alltag der Grundschule Beuren.

Perspektiven für eine inkludierte Schule

Kinder mit folgenden Behinderungen könnten  die Grundschule  Beuren besuchen:

Asperger-Syndrom, Down-Syndrom, leichte geistige Behinderung, blinde Kinder mit entsprechender Begleitung, Rollstuhlfahrer, wenn die baulichen Voraussetzungen gegeben sind.

Gründe für die Inklusion sind:

  • die Förderung der sozialen Kompetenzen aller Kinder
  • die Förderung der Akzeptanz den auffälligen Kindern gegenüber
  • den Umgang mit Kindern in schwierigen Lebenssituationen lernen
  • weitere „Brüche“ (Schulwechsel, Klassenwechsel) in der Schullaufbahn bei Kindern mit besonderen Auffälligkeiten vermeiden
  • kein Abschieben in Sonderbereiche
  • gemeinsame Elternarbeit

Erfolgreich kann die Inklusion jedoch nur dann sein, wenn folgende Bedingungen an der Schule erfüllt sind:

  • genügend Integrationshilfen und genügend Deputatsstunden für die Lehrkräfte richtige räumliche Voraussetzungen (z.B. behindertengerechte Toiletten, Treppenlift)
  • enge Kooperation mit den Kooperationslehrern der entsprechenden Fachrichtung
  • Lernbegleiter

Weitere Informationen über das Haus Aichele unter: www.haus-aichele.de

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